SU-30 Twin 70mm EDF - Jet von E-Flite "6sE"- Klasse

Als mir die SU 30 im Ebay Kleinanzeigen ins Auge sprang, hatte ich noch keinerlei Vorstellungen von dem Modell außer die Optik auf den Bildern . Vor Ort beim Besichtigen, war ich schon sehr beeindruckt, wie groß dieser "Schaumbrocken" in der Realität ist, wenn man eher normale Größen von 6s EDF Jets gewohnt ist. Mit einer Länge von fast 165cm und 110cm Spannweite mit Deltaflügel, dazu einen beeindruckenden Rumpf und einem Gewicht von gut 4Kg+ war die ein absoluter Hingucker! 
Der fast neuwertige Flieger wurde mir aus 2. Hand verkauft und ist anscheinend nie richtig geflogen, weil die Vorbesitzer das Teil einfach nicht hochbekommen hatten und dann enttäuscht weiterverkauft haben.
Habe mich dann im Net Schlau gemacht, welche Probleme es damit gab ( Ist ja schon ein paar Jahre her, das die als aktuelles Modell verkauft wurde) und habe dann alles erst mal grundsätzlich gecheckt.
1. Schwerpunkt war schon ohne Akku fast erreicht...und der Akku mit 850g (6s 6000er 100C) liegt ganz vorne und ist nicht viel weiter hinter rückbar. Da der Vorgänger sogar schwereren 7000er drin hatte, war der Schwerpunkt eine glatte Katastrophe! Extrem schwer vorne! Ich habe dann festgestellt, das das Serienbleigewicht, welches eigentlich hinten im Rumpf ist, nicht verbaut wurde...anscheinend aus Gewichtspargründen!!! Schöner Mist, weil nicht korrigierbar. Ich haben dann mit Klebeblei ganz hinten an den unteren Rumpf-Flachstellen so viel Blei verklebt, bis ich mit Akku auf den hintersten, angegebenen Schwerpunkt ( 150mm von der Nasenleiste am Rumpf )gekommen bin. Das waren schon so einige 50g Gewichtstreifen!
2. Dann habe ich alle Ruderanlenkungen gangbar gemacht ( Teils mit Seku und Loctite verklebt!) und die Servogestänge wieder so eingehängt, das die Servos maximale Auflösung haben für den Ruderweg um volle Kraft bringen zu können. Die Vorgänger haben aus Verzweiflung weil die nicht abhob und nicht richtig auf die Ruder reagierte, die Gestänge am Servo ganz außen und am Ruder innen eingehängt. Dafür waren die Servos zu schwach und sind fast stehen geblieben bzw. haben nicht mehr richtig zurückgestellt!
3. habe ich vorne ein größeres Rad montiert, das gerade so rein passte und die Fahrwerksklappe trotzdem zu ging.
Die Ruder alle auf große Ausschläge mit Expo eingestellt, Akku ganz hinten anliegend und dann ab zum Jungfernflug.
Und sieh das....die hob auf unserer Hartpiste sehr gut ab, brauchte aber schon etwas Strecke um auf Höhe zu reagieren. Sie flog unkritisch und relativ träge auf die Ruder. Leistung für Scaleflug und ein paar schöne Steigflüge auzsreichend, aber kein Power-Wunder....also eher ein originalgetreuer Showflieger . Landungen gelingen sehr gut, wenn man die von selbst absetzen läßt und das Fahrwerk ist auch auf Rasenpisten hervorragend! Wirklich stabil und gut dämpfend.

Bei Wind wackelt die gerne etwas, was ich mit einem Flächengyro (Graupner GR18 Hott) weitgehend kompensieren konnte. Den Serien AS3X habe ich rausgebaut.
Flugzeiten mit dem 6000er bei guter Ausnützung bis 85% ca. 3,5-4,5Min, je nach Flugstil
Da die aber trotzdem für mein Gefühl noch nicht so optimal flog, bin ich mit dem Schwerpunkt nochmals weiter hinter auf ca. 165mm !! ...und sie flog nochmals deutlich besser, hebt jetzt auch im Gras mit Anlauf ab und landet noch schöner und einfacher. Die Bremsklappe hat dadurch jetzt auch endlich gut Wirkung und sollte man erst auf Platzhöhe einsetzen.
Alles in allem ein wunderschönes Modell, das einfach etwas Zuwendung und Einstellarbeit brauchte...also nix für Neukäufer ohne Erfahrung aus der Packung raus, was wahrscheinlich der Grund war, das die kein Verkaufsschlager wurde. ich finde die trotzdem außergewöhnlich und sehr schön, mittlerweile auch sehr einfach und streßfrei zu fliegen!